Waffeninitiative gaukelt Sicherheit vor

Wovor will uns diese Initiative schützen? Bei der offensichtlich hohen Selbstmordrate in der Schweiz geht es um Selbstgefährdung der betroffenen Personen. Der Mensch selber mit seinen höchst individuellen Problemen ist hier die Gefahr. Statistisch belegt wird eine Waffe in ca. 17 Prozent der Vorfälle als Werkzeug eingesetzt, weit häufiger jedoch werden andere Methoden gewählt.

Häusliche Gewalt steht für Fremdgefährdung durch eine Bezugsperson. Genauer gesagt durch Menschenhand, im wahrsten Sinn des Wortes. Es wird geschlagen und massiv verbal gedroht. Die gefährdeten Personen müssen ihr Selbstwertgefühl wieder stärken können und das setzt voraus, dass sie die vorhandenen Hilfestellungen auch annehmen.

Illegaler Waffenbesitz und der Einsatz von Waffen bei kriminellen Handlungen wird bei einer Annahme dieser Scheininitiative absolut nicht tangiert.

Die Nennung von Einzelschicksalen verfehlt ihre Wirkung nicht und löst Betroffenheit aus. Hier wird versucht, besonders Frauen über Emotionen zu erreichen und Ängste zu schüren. Welche verantwortungsbewusste Ehefrau oder besorgte Mutter ist wohl nicht bemüht, ihre Angehörigen vor Selbstmord zu bewahren und wer möchte sich nicht deutlich gegen häusliche Gewalt aussprechen? Nur erreicht man diese Ziele mit der Annahme der Waffeninitiative ganz bestimmt nicht. Es geht um nichts anderes als die liberalen Grundwerte der Schweiz, Eigenverantwortung und Freiheit. Diese sollen beschnitten werden.

Die SP und die GSoA wollen eine Schwächung der Milizarmee erreichen und so einen Schritt näher zur Armeeabschaffung gelangen. Die SP hat dies ja gerade mit ihrem Parteiprogramm unmissverständlich kund getan. Gleichzeitig erreicht man so auch noch ein Misstrauensvotum gegen Jäger und Sportschützen, welche ebenfalls als unnötig und völlig überholt betrachtet werden. Man zielt so gegen die mündigen, verantwortungsbewussten Bürgerinnen und Bürger. Dabei wird unterschlagen, dass die Schweiz bereits über ein strenges und wirkungsvolles Waffengesetz verfügt, welches darauf ausgerichtet ist, Missbräuche zu verhindern. Unser Staatswesen basiert bis heute auf dem Vertrauen in die Bevölkerung und hier im speziellen auf die Angehörigen der Armee. Wollen wir wirklich zulassen, dass wir weiter entmündigt werden?

Die Annahme der Initiative würde zu einem grossen administrativen Aufwand führen, erhebliche Kosten verursachen und die Sicherheit der Bevölkerung in keiner Art und Weise erhöhen. Ich stehe zur Milizarmee. Ich anerkenne die Aufgaben der Jäger sowie die Leistungen der Sportschützen. Aus Überzeugung, als mündige Bürgerin, Frau und Mutter sage ich am 13. Februar NEIN zur nutzlosen Waffeninitiative.

Linda Camenisch
Kantonsrätin, Gemeinderätin